Fisolen

Wussten Sie, dass die Triebe der langen grünen Fisolen gegen den Uhrzeigersinn nach oben wachsen? Die zarten Ranken streben in Richtung Himmel, was uns Gärtnern natürlich besondere Freude macht.

Fisolen und andere Hülsenfrüchte sollten ruhig öfter auf Ihrem Speiseplan stehen: Sie eignen sich wunderbar als Beilage zu Fleisch oder Fisch und auch als Eintopf schmecken sie ausgezeichnet. Unsere krachenden Fisolen wachsen von Anfang Juli bis Oktober in unseren Gärtnereien.

Fisolen: Nährwerte (pro 100 g)
Energie
25kcal / 106 kJ
Wasser
88,8 g
Eiweiß
2,2 g
Fett
0,2 g
Kohlenhydrate
3,4 g
Ballaststoffe
2,9 g
Vitamin A
53 mcg
Vitamin B1
79 mcg
Vitamin B2
280 mcg
Niacin
633 mcg
Pantothensäure
567 mcg
Folsäure
51 mcg
Biotin
7 mcg
Vitamin C
17,8 mg
Vitamin E
157 mcg
Natrium
2 mg
Kalium
240 mg
Calcium
53 mg
Magnesium
1,7 g
Calcium
16 mg
Magnesium
24 mg
Phosphor
38 mg
Eisen
919 mcg
Zink
312 mcg
Kupfer
77 mcg
Mangan
337 mcg
Fluor
12 mcg
Iod
3 mcg
Weitere Informationen

Herkunft, Wachstum, Form und Anbau

Die Fisole (Phaseolus vulgaris ssp. vulgaris) zählt zur Familie der Hülsenfrüchte (Fabaceae oder Leguminosae) und gehört zur Untergruppe der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Sie wird auch als Gartenbohne oder Grüne Bohne bezeichnet und zählt unter diesen zur Gruppe der Buschbohnen.
In Österreich wird fast ausschließlich die Bezeichnung Fisole verwendet. In Kärnten wird sie auch als Strankalan bezeichnet, Vorarlberger nennen sie Spitzöla. Zumindest in der Steiermark ist sie als Bohnschote bekannt, wobei die Aussprache aber eher mit „Bohnschadln“ getroffen wird.

Herkunft:
Die Heimat der Bohnen sind die tropischen und subtropischen Wälder Mittel- und Südamerikas, insbesondere Süd- und Westmexiko. Zusammen mit Mais sind sie seit jeher ein wichtiges Haupt- und Grundnahrungsmittel der dortigen Bevölkerung. Sie wurden schließlich im 16. Jahrhundert nach der Entdeckung Amerikas von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht. Bohnen zählen allgemein zu den wichtigsten Kulturpflanzen und stellen für manche Völker zudem eine der Haupteiweißquellen dar.

Pflanzenwachstum:
Bohnen sind einjährige frostempfindliche Gewächse. Unter den Gartenbohnen unterscheidet man grob die Gruppe der Buschbohnen, die Gruppe der Stangenbohne sowie die Feuer- oder Prunkbohnen. Buschbohnen, zu denen wie erwähnt die Fisolen zählen, wachsen ohne Stütze heran und werden neben der Frischware vor allem für die Weiterverarbeitung in der Industrie angebaut. Stangenbohnen brauchen eine Wuchshilfe wie Stangen, Schnüre oder Holzgerüste zum Hochwinden. Sie haben eine längere Kulturzeit als Buschbohnen und werden vorwiegend für den Frischmarkt genutzt. Feuer- oder Prunkbohnen haben eher geringe Bedeutung.
Im Mai wird mit der Aussaat begonnen, geerntet wird schließlich 8 bis 10 Wochen später. Die Blüten sind weiß, manchmal auch gelblich oder violett, die Fisolen sind rund 10 - 20 cm lange Hülsen mit meist weißen bis hellgrünen Samen (=Bohnen) im Inneren. Fisolen werden geerntet noch ehe sich die Samen an der Hülsenwand durchdrücken und äußerlich sichtbar werden.

Neben der Frischware gibt es noch die Trockenkochbohnen bzw. Speisebohnen, bei denen nur die Samen, nicht jedoch die Hülse gegessen wird. Um die Bohnen (=Samen) zu gewinnen werden die Hülsen über die optimale Reife hinaus auf der Pflanze belassen, sodass sie langsam hart und die Blätter gelb werden. Falls nötig, wird nach der Ernte noch nachgetrocknet. Dazu werden die Pflanzen büschelweise mit den Wurzeln nach oben luftig zum Trocknen aufgehängt. Die Samen werden schließlich aus den Hülsen rausgeklopft und getrocknet.

Farbe und Form:
Gartenbohnen werden mittlerweile in riesiger Vielfalt auf dem Markt angeboten.
So unterscheiden sich nicht nur die Hülsen in Farbe und Form, auch die Samen (Bohnen) können recht unterschiedlich sein. Diese können zwischen 0,5cm bis 3cm groß werden, verschiedene Formen aufweisen oder in der Farbe stark variieren. So gibt es kugelige, runde, flache, lange sowie weiße, hellbraune, rotbraune, schwarze oder dunkel gesprenkelte Bohnensamen.

Die Sorten werden zusätzlich nach ihrem Hülsenquerschnitt unterschieden, der rund, oval oder flach sein kann. So haben Fisolen einen runden Querschnitt, sind schmal und länglich und weisen eine satte grüne Farbe auf. Im Unterschied dazu haben breite Bohnen, flache, gut fingerbreite, bis zu 20 cm lange grüne Hülsen.
Weiters bekannt sind die Prinzessbohnen mit kurzen grünen Hülsen, die jung und zart gepflückt werden, sowie die  Butterbohnen, die gelbe Hülsen aufweisen.

Die Hülsen älterer Sorten hatten noch Fäden, die vor der Zubereitung abgezogen werden mussten. Die neuen Sorten sind fast alle fadenlos.

Saison :
Fisolen werden von Juni bis Oktober geerntet und gelangen frisch auf den Markt.

Qualität, Reife und Lagerung

Qualität und Reife:
Frische Fisolen sind an einer satten grünen Farbe und an einer festen, knackigen Hülse zu erkennen. Sie muss beim scharfen Umbiegen glatt durchbrechen, wobei die Bruchstelle grün und saftig sein soll.

Lagerung:
So haltbar getrocknete Hülsenfrüchte sind, so sensibel sind sie als Frischgemüse. Fisolen welken rasch, werden leicht fleckig und beginnen rasch zu faulen. Sie sollten daher nie zu eng oder zu feucht gelagert werden. Am Besten trocken und locker in einer verschließbaren Plastikdose oder in einem Plastiksack (vor dem Verschließen aufblasen) im Gemüsefach lagern. So bleiben sie ein bis drei Tage frisch. Es sollte auch nicht zu kalt sein – unter 7 Grad treten bereits Kälteschäden auf.

Ein Bad in kaltem Wasser kurz vor der Zubereitung kann leicht schlappe Hülsen wieder nachfrischen.

Kulinarik

Verwendung und Zubereitung

Fisolen bieten vielfältige Verwendungsmöglichkeiten, um es jedoch nochmals zu betonen - aufgrund des Phasin-Gehaltes der rohen Hülsen stets in gekochtem Zustand! Die Rezeptvielfalt ist groß. So werden sie gerne als Suppe, Gemüsepfanne, in Aufläufen oder als Salat serviert oder mit geräuchertem Speck als Gemüsebeilage zubereitet.

Vor der Verarbeitung werden Spitzen und Stängelansätze entfernt und eventuell vorhandene Fäden abgezogen. Bereits angewelkte Fisolen vor dem Putzen 15 Minuten in kaltes Wasser legen - so werden sie wieder etwas frischer. Die Fisolen werden mit möglichst wenig Wasser nährstoffschonend gedünstet, geschmort oder in Salzwasser gegart.

Um das Gemüse zu schmoren, werden die Fisolen in wenig Fett angebraten. Mit etwas Flüssigkeit wie Wasser, Suppe oder Wein aufgießen und zugedeckt fertig garen.

Die Garzeit beträgt etwa 10-15 Minuten, wobei das Gemüse bissfest bleiben soll.
In Butter geschwenktes Fisolengemüse passt zu zahlreichen Fleischmahlzeiten von Lammgerichten bis zu würzigem Wild.

Sehr beliebt ist die Zubereitung zu Dillfisolen. Dazu werden die Fisolen mit gehackter Dille und Sauerrahm zu einer köstlichen Gemüsemahlzeit verarbeitet, die meist mit Kartoffeln serviert wird.

Der zarte milde Fisolengeschmack kann durch Zugabe von etwas Petersilie, Basilikum, Oregano oder Thymian verfeinert werden.